Schnitte Sitzmöbel
Schnitte Sitzmöbel

Bar Kottulinsky

Graz (A), 2009

Das spätgründerzeitliche Palais Kottulinsky wurde 1853 von Georg Hauberrisser errichtet und 1892 von Georg Höhnel umgebaut. Heute steht das Gebäude unter Denkmalschutz und gilt als imposanter Zeitzeuge gründerzeitlicher Architektur.
Seinen Namen trägt das Palais nach seinen damaligen Bauherren, den Grafen Kottulinsky.
Im Keller des Palais befindet sich ein ca. 350m² großer, länglich zugeschnittener Gewölbekeller. Dieser wird von einer regelmäßigen Abfolge von Gurtbögen, welche Tonnengewölbe tragen, geprägt.
Dieser Gewölbekeller wurde 2009 zur „Bar Kottulinsky“ umgebaut.
Dabei wurde die Bar in drei Kernbereiche gegliedert:
– Die Warm-Up-Zone: Der vordere Bereich des Kottulinsky (Nähe des Haupteingangs) ist mit einer zentral liegenden Bar ausgestattet.
– Der Dance-Floor-Bereich: In diesem Bereich wird getanzt, die Stimmung ist intensiv und laut (Raucherbereich).
– Die Lounge: Im hinteren Bereich des Kottulinskys ist die Lounge mit intimer, kommunikativer und ruhiger Atmosphäre situiert (Nichtraucher). Das mobile Mobiliar der Lounge lässt sich zu verschiedenen Sitz- und Liegebereichen komponieren.
Diese drei Bereiche werden klimatisch und akustisch durch profillose Glastrennwände voneinander separiert.
Das Highlight der Beleuchtung bilden die sogenannten Light-Frisbees. Dabei handelt es sich um im Raum schwebend erscheinende LED-Leuchtkörper, welche – je nach Ansteuerung – in verschiedenen Farben und Lichtinszenierungen erstrahlen. Die Light-Frisbees wurden in verschiedenen Durchmessern lose im Raum verteilt. Sie tauchen die verschiedenen Bereiche der Bar in unterschiedliche Licht- und Farbstimmungen.

Künstlerische Interventionen
Das Kottulinsky lebt nicht zuletzt von den Interventionen zweier junger Künstler(gruppierungen).
So entwickelten die Street-Artists „Permananet Unit“ großformatige, frei in die Gewölbe platzierte Formen- und Interpretationsgebilde. Diese bereichern den Raum um eine Art „neuen perspektivischen Layer“: die Freiformen lassen das Gewölbe – je nach Blickpunkt – länger oder kürzer, breiter oder schmäler erscheinen. Dabei erkennt der Betrachter beim Durchschreiten des Raumes immer wieder neue, abstrakt-realistische Form-Zusammenhänge oder auch Form-Abrisse.
Die damals 18-jährige Künstlerin Nana Mandl schuf zwei großformatige Wandgemälde im Eingangs- bzw. WC-Bereich der Bar. Ihre präzisen Kompositionen interpretieren Night-Life auf verspielt- leichte und dennoch wertende Art und Weise. Im Weiteren fungieren ihre Arbeiten als eine Art kognitives Leitsystem: sie binden einerseits Blicke, gleichzeitig führen sie den Besucher durch das Gebäude.

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