Erdgeschoss
Obergeschoss
Querschnitt

RA36

Graz (A), 2014

Die Errichtung von relativ günstigen, kleinen aber qualitativ hochwertigen Wohnungen ist derzeit eine der wesentlichen Herausforderungen an den Wohnungsbau.

Das Projekt Ragnitzstraße 36 reagiert auf dieses Spannungsfeld folgendermaßen:

Ein baulich simpler, systematisch und effizient konzipierter Basisbaukörper beherbergt sämtliche Wohnungen. Dieser Basisbaukörper wird im Süden von zick-zack-förmigen, großzügigen Balkonen flankiert. Im Norden findet sich eine mit Streckmetall eingehauste Laubengangerschließung.

Auf diese Weise wird das gesamte architektonische Erscheinungsbild des Gebäudes durch relativ günstige Bauteile wie z.B. die Balkone bestimmt.

Das Bauwerk beherbergt 15 Kleinwohnungen (40-50m²) und ein Penthouse im oberen Geschoß. Unterhalb der Wohnebenen befindet sich ein Parkdeck.

Alle Wohnungen sind nach Süden orientiert und verfügen über einen großzügigen Freibereich (Balkon oder Terrasse) in Richtung des Grünraumes am Ragnitzbach. Balkone und Freibereiche begleiten jeweils die gesamte Wohnungsbreite, sind teilweise überdacht und mindestens 17m² groß. Somit dehnt sich der eigentliche Wohnraum in Richtung Freiraum aus – Wohn- und Schlafzimmer wirken damit größer und weitläufiger.

Die aus Lärchenholz gefertigten Balkongeländer reagieren fächerförmig auf den Zick-Zack-Rhythmus der Kragplatten. Materialität und Verarbeitung schaffen wohnliche Atmosphäre.

Die nördlich liegende Laubengangerschließung blockt den Verkehrslärm der Ragnitzstraße ab. Die Streckmetallfassade ist so montiert, dass sie von Westen kommend nahezu transparent wirkt. Nähert man sich dem Gebäude jedoch von Osten, so wirkt die Fassade geschlossen und volumetrisch. Damit entsteht eine Art visueller Kippeffekt, wenn das Gebäude passiert wird.

Insgesamt entsteht ein Baukörper, welcher je nach Betrachtungsperspektive seine Erscheinung extrem verändert. Damit wirkt das Gebäude sehr skulptural und 3-dimensional.

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