Erdgeschoss
Schnitt
Ansicht

Spar OS

Oberschützen (A), 2006

Architektonisches Konzept
Ziel des Entwurfes war, ein in seiner Grundkonzeption möglichst einfaches und funktionelles Gebäude zu schaffen, welches dann durch einige wenige Maßnahmen zu einem markanten, spannenden und inszenierten Bauwerk wird und auch die built Identity®, die bauliche Umsetzung der Corporate Identity, der Marke SPAR wird:

–    Die Topografie des Grundstückes wird durch die Situierung des Bauwerkes, an der „Kante“, bzw. kragt es sogar ca. 3,7m über diese Kante aus, geschickt ausgenutzt: Dadurch werden Präsenz und Größeneindruck des Gebäudes gesteigert.
–    Das Grundvolumen des Marktes ist ein in seiner Gebäudehöhe großzügig dimensionierter, rechteckiger Quader, welcher an seinen einsehbaren Fassaden (Ost und Süd) in Glas ausgeführt wird, um das Warenangebot nach außen hin optimal in Szene zu setzten. Die Süd- und Ostseite erhält ein weit auskragendes Vordach, welches auch bei tief stehender Sonne optimalen Sonnenschutz gewährleistet.
–    Dieses Vordach wird an der Süd-Ost-Ecke nach oben angehoben. Die Dachkanten sind ganz leicht gebogen. Dadurch entsteht eine Spannung (wie ein gespannter Muskel) in der Dachsilhouette.
Genau dieser Schwung lässt eine „Sogwirkung“ vom Parkplatz bis in das hintere Ende des Gebäudeinneren entstehen (bis in die Nord-West-Ecke).
–    Direkt unter dem markantesten und höchsten Punkt des Vordaches wird dann der Eingang (Süd-Ost-Ecke) platziert. Dieser wird durch einen Spar-roten Rahmen inszeniert und akzentuiert.
Die Lage des Eingangs führt im Weiterem dazu, dass es keine „besseren oder schlechteren“ Parkplätze auf dem in L-Form um den Markt liegenden Parkplatz mehr gibt. Ein überdimensionaler Zebrastreifen führt auf den Haupteingang zu, markiert den Einkaufswagenbereich und „verschwindet“ am Endpunkt des Vordaches. Er unterstützt so auch die Sogwirkung in den Markt.
–    Die Südfassade wird leicht in Richtung des Marktinneren geklappt. In Verbindung mit dem geschwungenen Vordach entsteht eine stark perspektivische Wirkung, welche durch den Zebrastreifen zusätzlich unterstützt wird.
–    Der Schwung des Daches setzt sich im Innenraum fort. Das Innere des Gebäudes wird damit zum Ausschnitt einer Kuppel, welche sich Richtung Haupteingang (Gebäudeecke) ansteigend ausdehnt und sich im Vordach fortsetzt. In Kombination mit der vollflächigen Verglasung entsteht der Eindruck eines wesentlich größeren und weitläufigeren Marktes, als er in Realität ist (ca. 800m² Verkaufsfläche). Der Außenraum wird dabei zum Verkaufspanorama.
–    Der Innenraum selbst wirkt in erster Linie durch seine große lichte Raumhöhe von mindestens 4,85m. Die Deckenansicht des Raumes ist durch schlanke Leimbinder (2m hoch, ca. 25cm breit), welche in einem Quadratraster angeordnet sind, geprägt. Der Verkaufsraum erinnert damit eher an eine Markthalle als an einen klassischen Supermarkt.
–    Die Grundfläche des Marktes bleibt flexibel und effizient nutzbar.
–    Das Frischwarenangebot wird direkt an der Ostfassade entlang platziert: Marktplatzfeeling entsteht.
–    Die administrativen Räume wie Büros, Aufenthaltsraum etc. sind im 1.OG mit freiem Blick in den Verkaufsraum untergebracht (über dem Lager).
–    Die Anlieferung erfolgt über die vom Kunden wenig einsehbare Nordseite des Gebäudes.
–    Am Bauwerk selbst sind weder Spar-Embleme noch Logos angebracht. Potenziellen Kunden wird die Marke Spar über zwei, aus allen Richtungen sichtbaren Pylonen und den intensiven Einsatz des Spar-Rotes (CD) kommuniziert: Neben dem roten Rahmen um den Haupteingang geschieht dies in erster Linie über die Westfassade, welche in die CD-Farbe des Unternehmens getaucht wurde. Sie besteht aus quadratischen Aluminiumkassetten, welche jeweils „bauchig“ ausgeführt werden. Damit wird sie zu einer in sich differenzierten und abwechslungsreichen Struktur in Spar-Rot für an der B50 Vorbeifahrende.

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