Erdgeschoss
4. Obergeschoss

Zwei Hochhäuser in München

München (D), 2021

Wir befinden uns im Münchner Stadtteil Laim an der Kreuzung Westendstraße – Zschokkestraße. Das sich hier befindende Grundstück verfügt über eine exponierten Lage im Kreuzungsbereich der beiden wichtigen Verkehrsadern und bildet das Entree zu einem direkt dahinter liegenden großmaßstäblichen Stadtentwicklungsgebiet mit vornehmlich Wohnnutzung und einem zentral gelegenen Park.

Daher sieht ein bestehender Bebauungsplan auf dem Grundstück zwei bauliche Hochpunkte vor, welche auf das zukünftige Wohnareal verweisen. Damit wird eine Art Brückenkopf zu diesem Quartier gebildet und die Parkanlage wird bereits im Kreuzungsbereich präsent.

Zwei Türme – Ein Nutzer

Nutzen wollen das Areal allerdings die Stadtwerke München SWM. Diese wünschen sich einen in sich zusammenhängenden, übersichtlichen und flexiblen Verwaltungsbau mit Kundenverkehr. Der daraus resultierende Zielkonflikt zwischen den städtebaulichen Intentionen einerseits und der Wunschvorstellung eines kompakten Bürogebäudes andererseits leitete sich die Kernherausforderung ab: Zwei Türme – Ein Nutzer…..wie geht das?

Die Brezel als verbindendes Element

Antwort auf diese Fragestellung bildet ein grünes Verbindungsgeschoß im OG4 des Hauses, welches in seiner Grundform an eine Brezel erinnert. Dieses brückenartige Bauteil bildet das zentrale Verbindungs- und Umsteigeelement zwischen den beiden Türmen, ist mit Bürosondernutzungen für alle Mitarbeiter (wie Cafeteria, Besprechungsräume, Fitnessflächen, Sozialbereiche Treffpunkte, etc.) versehen und bietet Zugang zu den großen angrenzenden und üppig begrünten Dachterrassen.

Neben seiner Funktion als horizontales grünes Verbindungselement hat diese Ebene auch eine vertikale Funktion: es gliedert das Bauwerk in einen Sockelbereich und darauf aufgesetzte Hochpunkte.  Die Sockelzone nimmt dabei die Gebäudehöhen der umliegenden Bauwerke auf, das dicht bepflanzte Fugengeschoß akzentuiert diese Nahtstelle mit einer horizontalen grünen Linie. Zusätzlich betont wird dies durch die regelmäßig zurückspringende Fassade in dieser Ebene. Diese zeichnet eine Art Gebäudefuge – eine Taillierung – welche die Idee des Fugengeschosses als zentrales Verbindungselement und Treffpunkt visuell stärkt.

Dialog, Mikroklima und Nachhaltigkeit

Die dicht bepflanzten Dachterrassen im Fugengeschoß und die mit „grünen Inseln“ durchzogene Erdgeschoßzone tragen nicht nur zur Verbesserung der mikroklimatischen Bedingungen am Standort bei sondern treten auch in intensiven Dialog mit der städtischen Umgebung. Das Bauwerk wirkt benutzt und belebt und damit kommunikationsfreudig und offen.

Die Fassadenkonstruktion besteht aus Holz und ist damit auch sichtbar Nachhaltig.

 

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