Konzept
Lageplan
Erdgeschoss
1. Obergeschoss
2. Obergeschoss
6./7. Obergeschoss
14./15. Obergeschoss
Längschnitt
Querschnitt

Unser neues Haus

Wien (A), 2015

GRUNDLAGEN UND STÄDTEBAU

Der Bestand stellte eine außergewöhnliche städtebauliche Situation in Wien dar: Ein Block mitten in einer relativ homogen historischen Blockrandbebauung, welcher mit zwei sehr unterschiedlichen Solitären bebaut ist: dem Wittgensteinhaus, welches durch den hermetischen Sockel eine zusätzliche Distanz zur Umgebung erfährt, und dem Hochhaus des Hauptverbandes mit angehängtem Nebengebäude.

In unserem Vorschlag wird das bestehende Nebengebäude durch ein Sockelgebäude, welches als Erweiterung des Hochhauses gelesen werden kann, ersetzt. Dieses neue Ensemble aus Hochhaus und Sockel reagiert stärker auf seine unmittelbare Umgebung und ermöglicht neue, visuelle, funktionale und kontextuelle Zusammenhänge. Mit dieser relativ einfachen Geste definiert sich diese städtebauliche Stelle in komplexerer und vielfältigerer Art und Weise.

Unser Ziel ist es, eine einfache, sachliche, pragmatische und dennoch transparente, subtile und poetische Ergänzung bzw. Uminterpretation des Gebäudekomplexes des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger zu erreichen und somit auch den Gesamtkomplex besser in seine Umgebung zu integrieren.

 

KONZEPT

 01 Stapel: Im ersten Schritt werden die Funktionen in Zentralbereich & Konferenz (Eingang, Foyer, Portier, Konferenz, Tagung, Sitzung, Ausbildung, Ver- und Entsorgung), Restaurant & Fitness (Verpflegung, Fitnessraum mit Nebenräumen), Sonderbereiche (Gebäudedienste, EDV-IT, Sozialräume) und Bürobereiche sortiert, gruppiert und übereinander gelegt.

Im EG, OG1 und OG2 befinden sich der Bereich Zentralbereich & Konferenz, im OG2 das Restaurant und Fitness, im OG5 die Sonderbereiche und in den Geschossen OG3 bis OG14 die Bürobereiche.

Im obersten Geschoss OG15, welches jetzt nur mit Technik belegt ist, wird die Technik um die Hälfte reduziert und gibt so Platz frei für eine Sky-Lobby mit Dachausgang und eine großzügige Terrasse für Meetings, Events und Feiern mit grandiosem Blick auf Wien.

Es entsteht ein Stapel von unterschiedlichen, klar getrennten Funktionen und somit auch klar getrennten Sicherheitsbereichen. Für jeden Bereich kann durch die Stapelung die optimale funktionale Struktur gewählt werden.

02 Ring: Als nächster Schritt werden die großen Flächen abseits der Büroflächen organisiert:

Der Zentralbereich & Konferenz und auch Restaurant und Fitness werden rund um den großen teilbaren Konferenzraum, welcher im zentralen Atrium „steckt“, organisiert. Je nach Erfordernis öffnet sich dieses System bzw. fehlt ein Schenkel des Ringes und es entstehen so Eingangsbereich, Hauptfoyer, Terrassen und Bezüge bzw. Öffnungen zum Außenraum. Die Erschließung dieser Bereiche erfolgt über Treppen im Atrium, die bis zum Restaurant und somit auch zu der großen Terrasse beim Restaurant führen. Es können aber auch die Aufzüge des Haupthauses genutzt werden. Die Bürobereiche werden über das zentrale Foyer, die zwei Kerne im Haupthaus erschlossen.

03 Twist: Als nächstes wird die Erdeschoßebene EG zur oberen Ebene OG1 leicht gedreht und folgt somit geometrisch der Parkgasse (Parkgasse und Kundmanngasse sind nicht parallel). Durch diesen Schwenk/Twist entsteht zum einen ein großzügiger überdachter Vorbereich für den zentralen Eingang an der Kundmanngasse bzw. führt dieser Vorbereich weiter bis zur Erdbergstraße, zum anderen öffnet sich der Konferenzbereich im EG großzügiger zum Park an der Erdbergstraße. In der oberen Ebene OG1 entstehen durch den Schwenk/Twist Terrassen und somit auch die Möglichkeit der direkten Anbindung über Außentreppen an den Park.

Die so entstehende aufgebrochene und in sich „verschwenkte“, ringförmige Struktur bietet eine sehr effiziente und übersichtliche Organisation dieser Bereiche, aber auch eine Vielzahl von Verbindungen und Bezügen innerhalb der Bereiche, Verbindungen zum Park, Ein- und Ausblicken, Synergien und funktionale Zusammenhänge.

04 Terrassen & Park: Diese so entstandene Form des Sockels stellt sich wie eine Abfolge von Terrassen bis zum Park dar. Das Dach von Zentralbereich und Konferenz kann für Restaurant und Fitness bzw. auch für den gesamten Gebäudekomplex als Terrasse genutzt werden. Zusammen mit den durch den Twist entstandenen Terrassen im 1.OG und den Außentreppen zum Park entsteht ein zusammenhängend nutzbarer Freibereich vom Park bis zur Dachterrasse.

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